Thomas on Tour


Derzeit befinde ich mich in Hoi An (ungefähr 800km südlich von Ha Noi), ich bin hier schon seit 5 Tagen, da ich mein Visum verlängern muss. Das Warten fällt mir hier aber relativ leicht da der Strand im Prinzip direkt vor der Tür liegt. Wie heist es doch so schön:

"Lieber mit dem Fahrrad ans Meer als mit dem Porsche zur Arbeit"

Die Temperaturen sollten so um die 30 Grad liegen, wie warm ist es doch gleich nochmal in Deutschland? :-)

Also...

Ich werde euch nicht so viel über die Orte an sich erzählen, sondern möchte lieber über die Erfahrungen auf dem Rad und die Leute die ich getroffen habe erzählen. Sowie auch bei entsprechender Stelle mehr über Unterschiede zwischen Vietnam und Deutschland berichten. Ich will euch einen Einblick von meinen Erfahrungen vermitteln den man so vielleicht nicht in Reisebüchern nachlesen kann (insofern mir das gelingt J )

Fangen wir mal von vorne an:

Die ersten Tage habe ich das Fahrrad verflucht! Ständig sind mir Zweifel gekommen, ganz nach dem Motto:

"Was mach ich hier eigentlich, ich hätte jetzt auch ein Motorrad haben können und könnte einfach durch betätigen des Gashebels davon Düsen"

Aber so einfach ist das ja mit dem Rad nicht. Ich glaube das beste Zubehör meinen Bikes ist neben der Straßenkarte der Fahrradcomputer. Es ist immer wieder schön zu sehen wie viel km man schon geschaft hat (was mich auch immer ermutigt weiter zu fahren) und wenn dann gegen Mittag schon die 100km des Tages voll sind, kann man auch mal einen Gang runter schalten.

An das Gehupe (hier der Vietnamese dem Inder große Konkurrenz macht) der anderen Verkehrsteilnehmer hab ich mich langsam gewöhnt, wobei es mich auch jetzt von Zeit zu Zeit stört, wenn ein LKW direkt neben mir hupt.

Bis jetzt hatte ich mit dem Rad auch viel Glück, es sind nur geringfügige Instandsetztungsarbeiten fällig gewesen und die Reifen hatten auch immer Luft. Ich hoffe auch, dass es so bleibt.

Auf der bisherigen Tour (siehe Karte) hab ich durchgängig positive Erfahrung mit Land und Leuten gemacht.


Viele Reisende haben mir im Vorfeld berichtet das die Vietnamesen im Norden "unfreundlicher" sein sollen als im Süden, ich kann dies allerdings nicht bestätigen.

Überall werde ich ständig mit "hello" begrüßt, egal ob jung oder alt. Allerdings kann dies auch nach einer Weile nervig werden, da man immer dasselbe sagt. Aber die Leute versuchen mit einem zu kommunizieren und da mein Vietnamesisch auch nur auf ein paar Worte (bis jetzt J ) begrenzt ist, will ich mich nicht beschweren.

Meine täglichen Strecken belaufen sich zwischen 100-150km, wobei für das leibliche wohl ständig gesorgt ist. In jedem noch so kleinen Ort gibt was zu Essen und das ist auch gut so. Seit dem ich mit dem Rad unterwegs bin hat sich mein Bedarf verdoppelt. Neben den normalen Mahlzeiten habe ich ein zweites Frühstück, ein zweites Abendbrot, diverse Früchte sowie Schokolade (davon nicht zu knapp) und Kekse in meinem Speiseplan aufgenommen. Also was die Touristen auf den Mopeds für Sprit ausgeben, gebe ich jetzt mehr für Essen aus J

Die Strecke war bisher immer von Reisfeldern umsäumt, links und rechts der Straße überall Reisfelder mit dem fleißig arbeitenden Vietnamesen und ihren Kegelhüten.

Wenn ich dann mein Tagesziel erreicht hab, begebe ich mich auf Hotelsuche. Was im Prinzip auch kein Problem ist da man überall etwas findet und mit meinen Vietnamesischen Sprachkenntnissen plus Hände und Füße, klappt das auch ganz gut.

Es ist für mich auch immer wieder erstaunlich zu sehen wie offen und neugierig die Menschen hier auf Fremde reagieren. Mehrmals sind Mopedfahrer neben mir gefahren und haben die Hand nach mir ausgestreckt um mir dadurch zu signalisieren das sie mich ziehen wollen, diese Angebote nehme ich natürlich immer an bzw. sie fahren an mir vorbei und drehen sich noch ein paar Mal um, wobei der eine oder andere beinahe im Straßengraben gelandet wäre. Oder sie lächeln einen einfach nur an und heben den Daumen

In Dong Ha habe ich Tam (einen Vietnamesen) kennengelernt, mit dem ich zwei Abende verbrachte und dadurch einiges dazu gelernt hab. Wir trafen uns mit diversen anderen Leuten z.B. in einem Snake Restaurant und ich kann euch nur sagen das Schlange etwas ganz feines ist J. Anschließend waren wir noch in einer Karaoke Bar, wobei wir unseren Privatraum hatten. Es ist so schön zu sehen mit wie viel Emotionen und Energie die Vietnamesen singen. Wobei die Tonlage teilweise um einige Stufen daneben lag, aber was solls ich bin schließlich nicht besser umso mehr Spaß hatten wir.

Den anderen Abend haben wir in einem normalen Restaurant verbracht. Das besondere bzw. neue für mich war dabei, das sich sofort eine junge Frau zu uns gesetzt hat. Das soll jetzt nicht heißen dass ich das nicht gewöhnt bin sondern eher was ihre Aufgabe war. Tam hat mir erklärt das sie eine Bier Lady ist. Das bedeutet folgendes:

Sie arbeitet für eine Bierfirma (nicht für das Lokal) und versucht so viel wie möglich an uns zu verkaufen, da ihr Lohn davon abhängt. Des Weiteren unterhält sie sich mit uns (um uns gegeben falls bei Laune zu halten), serviert uns reichlich Bier oder wickelt die Frühlingsrollen. Ich hab mich zum Anfang allerdings etwas unwohl dabei gefühlt, da sie einem jeder Handgriff abgenommen ab. Aber nach einer Weile gewöhnt man sich dran und ich finde das Prinzip ganz gut. Sollte man vielleicht mal in Deutschland einführen J



Einige Unterschiede zu Deutschland:

In den verschiedenen Orten sind mir immer wieder Männer aufgefallen die extrem lange bzw. mindestens einen ganz langen Fingernagel haben (ich rede hier von mindestens 5cm bzw. mehr). Nach einer Weile hab ich heraus bekomm warum. Dies ist ein Zeichen dafür, dass sie nicht auf dem Feld arbeiten müssen und einen Bürojob haben und somit besser verdienen.

Des Weiteren werden hier weiße Frauen bevorzugt, ich meine nicht Europäer sondern Vietnamesen mit weißer Haut. Selbst die kleinen Mädchen versuchen sich schon gegen die Sonne zu schützen, mit langen Jacken, Handschuhen, Kapuze und Gesichtsschutz. Ich wundere mich jedes Mal wie die es bei der Hitze unter all dem Zeug aushalten können. Man kann hier auch spezielle Hautcreme kaufen, die einen angeblich weißer machen soll. Der Hintergrund ist ähnlich wie im Europa des 17. Jahrhunderts, die weiße Haut ist Ausdruck dafür das man nicht auf dem Feld arbeiten muss und somit Geld hat. Denn die Leute auf den Feldern haben durch die Sonne nun einmal eine dunklere Hautfarbe.

Das soll es erst mal gewesen sein von mir, nun wisst ihr dass es mir gut geht.

Ach und das Fahrradfahren mag ich mittlerweile J

Also bis gleich...

3 Kommentare:

  1. "Lieber mit dem Fahrrad ans Meer als mit dem Porsche zur Arbeit"

    ...*überleg*, *überleg*... PORSCHE 911 turbo... jepp... definitv mitn Porsche zur Arbeit :D!!!

    Grüße

    Matze

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  2. spielzeug... ich will meer!!!

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  3. Sau stark, weit so....! :)

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